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Zwei Epochen, eine Haltung zum Bild
Barock und Rokoko werden oft in einem Atemzug genannt, meinen aber fast Gegenteiliges. Der Barock des 17. Jahrhunderts ist katholische Gegenreformation in Öl: schwere Vorhänge, gefaltete Stoffe, Lichtstrahlen wie Scheinwerfer. Rubens, Caravaggio, Velázquez, Rembrandt – Maler, die Körper und Stoff plastisch aus dem Dunkel schneiden. Das Rokoko dagegen, ab etwa 1720 in Frankreich entstanden, verlässt die Kirche und zieht in den Salon. Pastell statt Pathos, Schäferstündchen statt Martyrium. Wer sich für die nördliche Variante interessiert, findet Überschneidungen zu den Renaissance Poster mit klassischen Porträts, aus deren Bildtradition das Barock hervorgegangen ist.
Warum Barock & Rokoko Poster heute funktionieren
Die These: Diese Bilder sind nicht museal, sondern sind Pop gewesen, lange bevor es Pop gab. Ein Werk wie Vermeers 'Mädchen mit dem Perlenohrgehänge' funktioniert, weil es eine Person zeigt, die den Betrachter direkt ansieht – kein Heiligenschein, keine Mythologie, nur Blick und Licht. Genau dieser direkte Ton macht das Motiv zum Ankerbild in modernen Wohnungen. Zeitgenössische Neuinterpretationen wie 'Frau Bubble Tea', 'Frau mit Pizza' oder 'Mädchen Kopfhörer' nehmen die barocke Bildgrammatik – frontales Porträt, dunkler Hintergrund, sorgfältig drapierter Stoff – und schieben einen kleinen Fremdkörper aus der Gegenwart hinein. Wer diese Brücke mag, wird auch bei Menschen- und Porträt-Postern fündig.
Würde mit Augenzwinkern: Tierporträts im höfischen Stil
Ein eigener Zweig dieser Kategorie bedient die absurde Seite des Rokoko. 'Esel mit Krone' und 'Elefant Porträt' greifen die Tradition des fürstlichen Staatsporträts auf – hermelingefütterter Mantel, Dreiviertelansicht, monumentaler Ernst – und besetzen den Platz des Herrschers neu. Das ist keine platte Parodie, sondern ein formal saubere Zitat: Licht, Schatten und Pinselduktus folgen tatsächlich dem Vorbild von van Dyck und Rigaud. Verwandte Motive sammeln sich bei den Tieren mit Charakter, während sich die Spielart des subtilen Humors auch in anderen humorvollen Bildkompositionen wiederfindet.
Hängung: das dunkle Bild im hellen Raum
Eine Eigenheit dieser Epoche: Die Bilder sind meistens dunkel. Das ist kein Nachteil, sondern braucht nur eine Entscheidung. Über hellem Sofa oder weißer Wand wirkt ein Rembrandt-artiges Motiv wie ein Fenster in einen tieferen Raum – der Kontrast trägt. In ohnehin dunklen Wohnungen lohnt ein schlichter schwarzer Rahmen, der die Bildränder weiterführt; wer das festere Finish bevorzugt, findet die gerahmten Barock & Rokoko Poster bereits fertig konfektioniert. Das ungerahmte Poster selbst lässt sich in jeden Standardrahmen einsetzen und später gegen ein anderes Motiv der Epoche tauschen – praktisch, wenn sich aus einem Einzelbild im Laufe der Zeit eine kleine Petersburger Hängung entwickelt.
