Symbolik statt Dekoration
Kahlos Werk ist keine leichte Kost, und das ist der Punkt. Dornen, Tiere, tropische Pflanzen, offene Körper – jedes Element trägt Bedeutung, nichts ist Ornament. Diese Aufladung unterscheidet ihre Bilder grundsätzlich von der dekorativen Moderne, die parallel entstand. Wer einen Kontrast sucht, findet ihn im traumlogischen Kosmos von Salvador Dalí Leinwandbilder mit surrealen Motiven – verwandt in der Symbolsprache, aber ganz anders im Ton.
Stimmung der Motive: Stille, die widerspricht
Die Selbstporträts wirken auf den ersten Blick ruhig, fast ikonenhaft frontal. Erst beim zweiten Hinsehen zeigt sich der Widerspruch zwischen der Fassung der Pose und der Schärfe des Blicks. Diese Spannung trägt den Raum, in dem das Bild hängt. Anders als bei Vermeers Mädchen mit Perlenohrring, das ähnlich frontal komponiert ist und in unseren Leinwandbilder moderner Klassiker der Kunstgeschichte ebenfalls zu finden ist, fehlt bei Kahlo jede Koketterie. Der Blick fordert, er lädt nicht ein.
Wohin mit moderne Klassiker Leinwandbildern dieser Wucht?
Ein Kahlo-Motiv braucht Abstand. In einer vollen Galeriewand verliert es, neben zu vielen weiteren Porträts konkurriert es. Als Solitär über einem ruhigen Möbelstück – Sideboard, Sessel, Bett – kommt die Frontalität zur Geltung. Farblich funktionieren gedeckte Wände besser als weiß, weil die charakteristischen Rot-, Grün- und Ockertöne dann nicht isoliert wirken, sondern Grund bekommen. Wer die expressive Linie weiterdenken möchte, findet bei Edvard Munch Leinwandbilder mit expressiver Bildsprache eine inhaltlich verwandte Intensität, während Gustav Klimt Leinwandbilder im Jugendstil den dekorativeren Gegenpol bilden.


